Alles nur PR? Supermarkt-Riese Edeka beendet Streit mit Heinz Ketchup

Wir lieben Lebensmittel – und das um jeden Preis, wie Edeka Anfang Januar zeigte. Damals verbannte der Lebensmittelhändler die beliebten Heinz-Ketchupsaucen aus seinen Regalen. Grund dafür war eine zweistellige Preiserhöhung durch Heinz. Edeka war damit mehr als unzufrieden und es kam zu einem monatelangen Streit. Ein halbes Jahr lang schaffte Edeka es die Situation durchzuziehen. „Es ist unser Anspruch, Ihnen stets ein attraktives Sortiment zu preiswerten Konditionen anzubieten.“, schrieb Edeka an die ehemaligen Heinz-Regale. Doch das ist nun Schnee von gestern.

Edeka muss nachgeben

Edeka-Kunden können nun wieder die teureren Heinz Ketchupflaschen in ihren Einkaufswagen legen. Der Streit wurde niedergelegt. Ohne Heinz geht es bei Edeka einfach nicht. Zum Leid der Kunden. Für einen halben Liter Ketchup müssen diese nun 2,49 Euro auf den Tresen legen. Vergangenes Jahr kosteten 400 Milliliter noch 1,79 Euro. Von dem an die Kunden denkenden Edeka ist also nur wenig übriggeblieben. Sollte es noch einmal zu einem Regal-Rauswurf von Edeka kommen, so wird es wohl kaum einen Kunden geben, der dies tatsächlich ernst nimmt.

Doch was steckt hinter dem plötzlichen Wandel von Edeka? Natürlich das Geld, wie sollte es auch anders sein. Nach Angaben der „Lebensmittelzeitung“ hatte Edeka nach dem Rauswurf von Heinz mit einem Rückgang der Ketchup-Umsätze im zweistelligen Bereich zu tun. Konkurrent Rewe legte in der gleichen Zeit ordentlich zu und verkaufte deutlich mehr Ketchup und Grillsaucen – und das ganz ohne Theater rund um die Preiserhöhung.

Alles nur PR?

Die Regallücken versuchte Edeka mit Saucen der Eigenmarke Papa Joe’s zu füllen, deren äußeres Erscheinungsbild, dem von Heinz sehr ähnelte. Doch war der Streit vielleicht nur eine PR-Aktion, um das eigene Produkt zu pushen? Vielleicht. Schließlich berichtete nahezu jedes Medienhaus über den Streit und erwähnte dabei auch stets den neuen Edeka-Ketchup. Einen besseren Werbeeffekt hätte man auch mit Fernsehspots nicht erreichen können.

Doch obwohl es viel Zeit und Geld kostet eine neue Marke bzw. ein neues Produkt auf den Markt zu bringen, so reicht es Edeka scheinbar nach drei Monaten schon. Ob Papa Joe’s nach der Rückkehr von Heinz in die Edeka Regale weiterhin in der gleichen Menge produziert wird, wollte weder Edeka noch Papa Joe’s bekannt geben.