Süßwarenriese Mars kauft deutsches Start-up Foodspring

Snickers, Twix, Mars – alles Snacks, die den US-Süßwarenkonzern Mars groß gemacht haben. Nun hat der Konzern auch ein deutsches Start-up für Fitness-Food gekauft. Dies macht deutlich, wie wichtig kleine Start-ups für die großen Unternehmen sind.

„Dein Sommer und du? Ganz schön heiß. Mach ihn zum besten Sommer deines Lebens.“ Mit Sprüchen wie diesem lockt Foodspring seine potenziellen Kunden auf seine Homepage. Günstig ist das Angebot des Herstellers jedoch nicht. Für 29,99 Euro bekommt man eine 750-Gramm-Dose Molkeprotein mit Vanillegeschmack. 400 Gramm „Energy Aminos“ für eine verbesserte Ausdauer kosten 34,99 Euro.

Doch die Rechnung der Gründer von Foodspring, Philipp Schrempp und Tobias Schüle scheint zu funktionieren. Mars hat den Großteil des Unternehmens aufgekauft. Ein Kaufpreis ist zwar nicht bekannt, doch das Geld dürfte locker dafür reichen, dass Schrempp und Schüle den Sommer ihres Lebens leben. Beide sind sehr zufrieden mit dem Verkauf. In Zukunft werden sie weiterhin Anteile an dem Unternehmen halten und die Geschäftspolitik nach wie vor selbstständig umsetzen.

Die Kleinen dienen als Innovationstreiber der Großen

Der Unternehmensteil Mars Edge, in dem Foodspring in Zukunft angesiedelt sein wird, wurde erst 2017 aufgebaut und stellt somit quasi ein Startup innerhalb des Unternehmens dar. „Dies gibt uns als Gründer die Möglichkeit, Foodspring weiter autonom zu führen, wir setzen aber bei größeren strategischen Fragestellungen und wegweisenden Entscheidungen auf die Zusammenarbeit und Erfahrung von Mars“, sagt Schrempp und schließt daraus: „Wir passen wunderbar zusammen.“

Gemeinsam mit seinen 130 Mitarbeitern steht für das Berliner Startup vor allem Fitness und Gesundheit im Fokus. „Diese Nische wollten wir besetzen, als wir Foodspring vor sechs Jahren gegründet haben“, erklärte Schüle. Die Mission der Gründer ist es, mit ihren Energy-Shakes, Müslis und Vitaminpräparaten die breite Masse zu erreichen und nicht nur Extremsportler und Bodybuilder anzusprechen.

Der Kauf durch Mars zeigt, dass die großen Konzerne auf die Ideen junger Unternehmen angewiesen sind. Beispielsweise kaufte Henkel erst kürzlich Terra Canis, einen Hersteller von Edeltierfutter, auf. Dr. Oetker kaufte Anteile an deinetorte.de, einem Anbieter für maßgeschneiderte Foto-Torten.

Durch den Kauf der Startups versuchen die Großunternehmen am Zahn der Zeit zu bleiben und mit Konsumtricks weiterhin an der Innovationsspitze zu bleiben. Die Startups haben durch das Kapital und die Ressourcen der Konzerne die Chance auf einen Durchbruch.

Die Übernahme von Foodspring verdeutlicht beispielsweise, dass Gesundheit aber auch Premiumprodukte heute einen wichtigen Trend darstellen. „Die Großunternehmen verstehen jetzt, dass sie in einem frühen Stadium der Markenentwicklung eingreifen und in kleinere Unternehmen investieren müssen, als sie es vor wenigen Jahren auch nur erwogen hätten“, meinte Stone.

Und auch die Distanz vom kalorienreichen Mars-Schokoriegel-Kerngeschäft ist im Interesse des Käufers. Die kleinen Marken haben dadurch den Vorteil von dem großen Unternehmen zu profitieren, „ohne von der Bürokratie erdrosselt oder vom Vertrieb ignoriert zu werden, weil man zu klein ist“, so Stone.