Traditionsbäckerei Oebel insolvent! Filialen bleiben vorerst geschlossen

Am Dienstag hat die Aachener Traditionsbäckerei Oebel Insolvenz angemeldet. Zahlreiche Filialen der Kette sind seitdem geschlossen.

Erst kürzlich eröffnete die Traditionsbäckerei eine neue Filiale in Neuss. Nun die Nachricht: Oebel ist insolvent. „Auslöser der Insolvenz sind neben Logistikproblemen infolge der Insolvenz des Lieferanten Kronenbrot u.a. auch unerwartet massive witterungsbedingte Umsatzeinbrüche im Monat Juni 2019“, heißt es in einer Pressemitteilung. 2017 ging Kronenbrot erstmalig pleite. Tochtergesellschaft Oebel wurde daraufhin abgespalten. Laut der Allgemeinen Bäckerzeitung steckt Kronenbrot nun wieder in einem Insolvenzverfahren. Über 150 Oebel-Filialen haben seit Dienstag keine Lieferungen mehr von Kronenbrot erhalten und müssen daher die Türen verschlossen halten.

Zahl der verkauften Sahneschnitten nicht schuld an Insolvenz

Zwar stecken hinter einer Insolvenz meist mehrere Gründe, Matthias Meinke, Unternehmenssprecher, betont jedoch: „Es ist nicht wegzudiskutieren, dass in warmen Sommermonaten mit Sahnestücken und Kuchen weniger Umsatz gemacht wird.“ Das größte Problem seien jedoch vielmehr die Lebensmitteleinzelhändler als tatsächlich die Hitze. „Bei billigen Preisen von industriell hergestellten Backwaren können Handwerksbäcker aufgrund des hohen Personaleinsatzes meist nicht mithalten“, so Meinke. Nach Einschätzungen von Experten sei man jedoch bereits auf dem Zenit der Billig-Mentalität angekommen. „Wir stellen fest, dass Brot in letzter Zeit vermehrt Thema in den Medien ist und sich auch eine Rückbesinnung auf den Wert von gutem, handwerklich hergestelltem Brot abzeichnet“, sagte der Sprecher.

Löhne der 940 Beschäftigten vorerst gesichert

„Seit über 100 Jahren backen unsere Bäckermeister täglich frisch, mit viel Liebe zum Detail und in bester Qualität!“ lautet es auf der Homepage von Oebel. Oebel-Geschäftsführer hielt sich zum Insolvenzantrag bedeckt. Wie es um die Zukunft von Oebel und die 940 Mitarbeiter stehe, dürfe er aktuelle leider nicht bekanntgeben.

Laut Insolvenzverwalter hat die Unternehmensgruppe den Plan, den Geschäftsbetrieb vorerst aufrecht zu erhalten und Sanierungschancen zu nutzen. „Die Lohnansprüche der Beschäftigten sind in diesem Zeitraum über das Insolvenzgeld abgesichert“, teilte die Wirtschaftskanzlei mit.