Will Metro ihre 300 Real-Filialen verschenken?

Schon seit längerem plant der Metro-Konzern der Verkauf seiner Tochter Real. Das es sich jedoch als so schwierig herausstellen sollte dachte zu Beginn niemand. Jetzt sollen die Metro-Bosse sogar darüber nachdenken Real zu verschenken.

Ziel von Metro ist es, die Real-Filialen zu einem lukrativen Preis zu verkaufen. Aktuell soll es zwei Interessenten geben mit denen Verhandlungen geführt werden. Daneben sollen allerdings auch Gespräche mit dem Einkaufsverbund Markant laufen. In diesen geht es darum, die Real-Märkte zwar in andere Hände zu geben, die Immobilien jedoch zu behalten.

Real in den roten Zahlen

Diese zweite Option mit dem internen Namen „Projekt Cartagena“ hat es faustdick hinter den Ohren: Seit Jahren verbringt Real seine Tage in den roten Zahlen, um das Unternehmen zu verkaufen müsste die Metro daher wahrscheinlich eher noch Geld drauflegen. Für die 300 Real-Filialen mit den 34.000 Mitarbeitern muss mit einem Preis von etwa 99 Millionen Euro gerechnet werden. Um die Zukunft von Real zu sichern würde die Metro jedoch im Vorfeld rund 300 Millionen Euro Kapital in das Unternehmen stecken. Das bedeutet: Um Real abzustoßen zahlt die Metro 200 Millionen Euro drauf.

Mit der angedachten Kapitalspritze soll Real laut Angaben der Metro „für einen Zeitraum von mindestens drei Jahren“ gesichert sein. Die Online-Aktivitäten unter real.de würden allerdings einen Aufpreis kosten. Wie genau dieser ausfällt müsste dann verhandelt werden.